Donnerstag, 27. Mai 2010

Inka-Trail

Der Tag begann recht entspannt und wurde dann doch noch abenteuerlich. Aufbruch war heute erst um 8:00 Uhr. Mit einem Bus wurden alle eingesammelt und es ging zum Bahnhof in Cusco. Da die Bahnstrecke aber auch jetzt noch nur zum Teil betriebsbereit ist, wurde am Bahnhof in Kleintransportern umgestiegen. Dann ging es "zügig" bis hinter Ollantaytambo zum Streckenkilometer 82. Hier wurde ein temporärer Umsteigebahnhof eingerichtet. Pünktlich, aber erst um 11:25 Uhr ging es dann mit der Bahn von PeruRail weiter - mit gemütlichen 25 km/h bis zum Streckenkilometer 104. Hier wurde unsere Wandergruppe von den beiden Guides, Bryan und Judith, in Empfang genommen. In Dreiergruppen ging es über die Hängebrücke über den Rio Urubamba und am Checkpoint Chachabamba war dann erstmal Passkontrolle.

Inka-Trail
Der erste Teil des Inka-Trails

Um 13:00 Uhr brachen wir, 13+2, dann endgültig auf einer Höhe von 2250m zum kurzen Inka-Trail auf. In den ersten zwei Stunden ging es am Nordhang des Berges bei 25°C, immer der Sonne ausgesetzt, die ersten 350 Höhenmeter nach oben. Ich kam ganz schön ins schwitzen - aber vor mir Holländer, hinter mir Holländer, jetzt bloß nicht schlapp machen. Ab hier wechselte die Vegetation zum Regenwald und es ging in der nächsten Stunde nochmal 100m rauf vorbei an Wiñayhuayana zum Rastplatz Wiñay Wayna. Ab hier fing es dann leicht an zu regnen und wir wanderten noch eine Stunde bis zum Sonnentor Inti Punku auf 2700m Höhe weiter.

Winayhuayna
Blick zurück auf Wiñayhuayana

Hier setzte dann ein kräftiger Regenschauer ein. Eine herumliegende Plastikplane diente für die ersten sieben Wanderer als Regenschutz am "Sonnentor". Als unsere 2. Guide eintraf, rief sie zum Abstieg auf und trabte los. Ich stiefelte gleich hinterher und die anderen legen auch nach und nach los. Da es schon kurz nach 17:00 Uhr war, setzte langsam die Dämmerung ein. Mit dem abnehmenden Licht und den immer noch anhaltenden Regen musste man sich schon ordentlich auf den steinigen Weg konzentrieren. Nach einiger Zeit hatte ich die Guide aus den Augen verloren und auch hinter mir sah ich niemanden mehr. In der Inka-Stadt Machu Picchu angekommen, habe ich den Abzweig zum Ausgang verpasst, und, jetzt schon bei Dunkelheit, erstmal verlaufen. Da ich ja mein GPS dabei hatte, wusste ich zumindest welche Richtung ich einschlagen musste. Die richtigen Treppen zu finden, war aber doch noch schwierig genug. Kurz vor dem Ausgang kamen mir dann einige Wächter entgegen und wiesen mir den letzten Teil des Weges.

Trotzalledem war ich der Erste am Ausgang. Den nach mir kommenden war es auch nicht anders ergangen und sie hatten sich auch verirrt. Nach und nach trudelten tatsächlich noch alle ein und zum Schluss war unsere Gruppe sogar wieder komplett. Ich hatte schon mit leichten Verlusten gerechnet, aber es gab nur Verletzte und Erschöpfte. Jedenfalls fluchten jetzt alle über den schlecht organisierten Trip und waren dennoch froh angekommen zu sein. In meinem Reiseführer steht für den ersten Abschnitt des Trails eine Wanderzeit von 4 bis 5 Stunden, den wir immerhin in drei Stunden gelaufen sind. Dennoch meinte unser Guide, dass wir hinter dem Zeitplan liegen. Mit dem späten Start des Trails war es aber unausweichlich, dass wir erst nach Sonnenuntergang ankommen. Dies hätten unserer Meinung nach die Guides berücksichtigen müssen und hätten uns nicht allein laufen lassen dürfen. Jedenfalls hätte der Trail mindestens zwei Stunden früher starten müssen, was aber nun mit dem chaotischen Fahrplan von PeruRail zusammenhängt.

Nachdem nun unsere Gruppe am Ausgang komplett war, meinte der Guide: lasst uns nun weiter nach Aguas Callientes gehen. Allerdings hatte keiner mehr Lust die nächsten eins-zwei Stunden bei Regen die Serpentinen herunterzulaufen. Da der letzte Bus schon weg war, machte er den Vorschlag, dass wir für eine Extrazahlung nochmal einen Bus heraufrufen lassen. Nach kurzer Zeit traf der Bus ein, der allerdings sowieso für die Angestellten gefahren wäre. Unserer Guide sammelte von jedem den Fahrpreis von 5 Soles ein - ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass die reguläre einfache Fahrt zwischen Aguas Callientes und Machu Picchu für Ausländer 7 Dollar kostet.

Im Aguas Callientes angekommen wurden wir auf unsere Hotels verteilt und eine kleine Gruppe traf sich dann noch zum Abendessen. Das Essen war inklusive, bis auf die Getränke. Als die Rechnung kam gab es nochmal eine kleine Überraschung: die Preise waren zum regionalen Niveau etwas überzogen - ein Touristen-Nepp zum Abschluss des Tages! Immerhin hatte der Regen aufgehört und es ging zurück zu den Hotels. Für den nächsten Tag hatten wir uns schon wieder für 5:30 Uhr verabredet.

Mittwoch, 26. Mai 2010

Moray, Maras

Für den heutigen Tag hatte ich einen Ausflug in die nähere Umgebung gebucht. Zunächst ging es mit dem Bus auf Feldwegen zu einer landwirtschaftlichen Versuchsanstalt der Inkas. In einem Becken wurden kreisförmige Terrassen angelegt.

Moray
Terrassen von Moray

Weiter ging es zu den Salineras. An einem terrassierten Berghang sind über 3000 Becken angelegt, in denen seit Jahrhunderten Salz gewonnen wird. Gespeist werden die Becken von einer kleinen salzhaltigen Quelle.

Salinas de Maras
Salineras de Maras

Am Abend war ich in Cusco noch beim Frisör - nur für den Fall, dass es die nächsten Tage noch etwas wärmer wird.

Dienstag, 25. Mai 2010

Cusco Umgebung

Heute habe ich mir die vier im Norden von Cusco liegenden Inka-Ruinen angeschaut. Bis zur Kultstätte Qenqo bin ich die 150m noch raufgelaufen. Von hier aus bis zum Wasserheiligtum Tambomachay habe ich ein Colectivo genommen. Zur Mittagszeit war aber nicht viel los, denn ich war der einzige Fahrgast.

Tambomachay
Tambomachay

Zurück in die Stadt bin ich dann wieder zu Fuß gegangen. Gegenüber lag noch der Stützpunkt Pukapukara und kurz vor der Stadt dann noch die Felsenfestung Saqsaywamán. Ich bin zwar archäologisch und historisch blank, aber mein Fazit lautet: die Inkas waren fleißige Mauerbauer - ob mit kleinen oder riesigen Steinen bzw. runden oder passgenau behauenen Steinen.

Montag, 24. Mai 2010

Cusco Stadtrundgang

Auch für Cusco sind wieder 10 Kirchen und 12 Museen unter den Sehenswürdigkeiten verzeichnet. Begonnen habe ich in der La Compaña de Jesús. Aus der zweiten Etage der Glockentürme hat man einen schönen Blick auf die Plaza de Armas. Weiter ging es zum Inka-Museum, untergebracht in einem Kolonialhaus Casa del Almirante. Für die Bedeutung der Inka-Kultur ist die Ausstellung fast ein bisschen kärglich. Interessant fand ich dagegen eine kleine Vorführung der verschiedenen Blasinstrumente aus Keramik: Pfeifen, Flöten und Trompeten sowie Flöten aus Kondorknochen.

Cusco - Eine typische Gasse mit einer Inka-Mauer
Gasse in Cusco mit einer Grundmauer aus der Inka-Zeit und einem neuen Gebäude darauf

Ständig führt der Weg entlang historischer Grundmauern aus der Inka-Zeit, auf denen die neuen Gebäude der spanischen Eroberer erbaut worden sind. Eines ist der Konvent Santa Catalina, der auf den Mauern eines Inkatempels errichtet worden ist. Auf der einen Seite sind viele historische Bauten vernichtet worden und dienten als Steinbruch, auf der anderen Seite haben die Spanier mit ihren Kirchen auch wieder imposante Bauten hinterlassen.

Wenn man mal richtig Hunger hat, dann geht man in Peru am besten in eine Polleria: da kommen nicht Hähnchen, sondern richtige ausgewachsene Hühner auf den Teller.

Sonntag, 23. Mai 2010

Puno-Cusco

Von Puno ging es heute wieder in 6 Stunden mit dem Bus ins 400km entfernte Cusco. Ein großer Kontrast zwischen den beiden Städten: auf der einen Seite die enge, graue Stadt Puno, auf der anderen Seite die farbenfrohe Stadt Cusco. Die Gassen sind hier im Viertel San Blas auch nur eine Fahrzeugbreite eng, aber doch attraktiver. Zum anderen ist Cusco touristisch voll erschlossen: es werden einem ständig Souvenirs, Restaurants und Massagen offeriert.

Cusco - Plaza de Armas
La Compaña de Jesús an der Plaza de Armas in Cusco - am Sonntag geschmückt mit den Flaggen Perus und der Provinz Cuscos

Nach einem kleine Rundgang zur Orientierung habe ich mir am Abend ein Restaurant gesucht, in dem die peruanische Spezialität serviert wird. Der Anblick war nicht so schrecklich, da mir das Meerschwein nur zu vier fünfteln ohne Kopf serviert wurde. Geschmacklich würde ich es zwischen Hase und Kaninchen einordnen.

Samstag, 22. Mai 2010

Puno und Sillustani

Am Vormittag machte ich einen etwas größeren Rundgang durch die Stadt. Erst nochmal hinunter zum Hafen und dann entlang der Av. Bolívar, auf der am Samstag ein kilometerlanger Straßenmarkt stattfand.
Für den Nachmittag hatte ich noch einen Ausflug zu den Grabtürmen von Sillustani gebucht. Sehenswert ist der zum Teil zerstörte 12m hohe Turm, in dem hohe Persönlichkeiten mit samt der Familie, Besitz und Nahrung bestattet worden sind.

Chullpa de Lagarto - Grabturm von Sillustani
Chullpa de Lagarto - Grabturm von Sillustani

Freitag, 21. Mai 2010

Taquile

Nach dem Frühstück brachten uns unsere Herbergsmutter noch runter zum Hafen und wir verließen die Insel Amantani und fuhren weiter zur Nachbarinsel Taquile.

Abschied auf Amantani
Verabschiedung am Hafen (ich war bei Vilma untergebracht, die Frau mit dem Kind auf dem Rücken)

Die Insel Taquile erklommen wir wandernd auf einem leicht ansteigenden Weg. Es ging zunächst hinauf zur Plaza des Dorfes, wo wir dann in einem der kommunal verwalteten Restaurants Mittag hatten. Es gab natürlich Forelle. Danach ging es auf der anderen Seite der Insel den Treppenpfad hinab zum anderen Hafen.

Strickender Mann auf Taquile
Die Insel Taquile ist bekannt für die strickenden Männer

Nach der wieder dreistündigen Rückfahrt nach Puno zog sich der Himmel etwas zu und es begann zu regnen und wurde auch gleich recht kühl, bei ansonsten sonnigen 22°C. Ich hatte dann noch zum Abend eine Pizza in einem der vielen Pizzerias im Zentrum. Das Markante ist hier, dass der Holzofen mitten im Restaurant steht. Hat ein gewisses Flair - ist dann aber auch ein wenig verqualmt.

Donnerstag, 20. Mai 2010

Schwimmende Inseln und Amantani

Mit dem Motorboot ging es heute früh mit 20 anderen Touristen zunächst zu den schwimmenden Inseln der Uro-Nachfahren. Es wurde uns der Bau der Inseln und etwas über das einfache Leben der Bewohner erzählt. Man kann aber auch einige Sonnenkollektoren sehen. So wie das Ganze aber organisiert ist, die Bewohner ihre Inseln mit Aussichtstürmen ausgestattet haben und Katamarane für eine Rundfahrt gebaut haben, ist das Leben voll auf den Tourismus ausgerichtet.

Schwimmende Inseln der Uro-Nachfahren
Die schwimmenden Inseln der Uro-Nachfahren

Danach ging die die dreistündige Fahrt zur Insel Amantani. Die Touristen wurden in Gruppen einzelnen Familien zugeteilt. Wir bezogen das Gästehaus und bekamen von der Hausherrin noch ein Mittagessen. Um 4:00 Uhr sammelten wir uns auf der Plaza und unserer Guide führte uns auf einen der beiden Gipfel der Insel. Es war aber nicht mehr viel zu sehen, da sich die Wolken über den See zusammenzogen. Im Dunkeln erreichten wir wieder das Dorf und bekamen ein Abendessen.

Gipfel Pachatata auf Amantani
Der Weg rauf zum Gipfel Pachamama mit Blick zum Gipfel Pachatata

Danach wurden wir in die traditionelle Tracht der Inselbewohner gesteckt: die Frauen mit Bluse, Rock, Gürtel und Schal, die Männer bekamen einfach eine Mütze und einen Poncho übergestülpt. So ging es dann zum Folkloreabend ins Gemeindehaus. Es spielte eine 5-Mann-Band traditionelle Musik und es wurde den Touristen die Tänze beigebracht.